Warum gegen die Grüne Woche?

Als weltgrößte Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau steht die Grüne Woche für die menschliche Unterdrückung, Tierausbeutung und Umweltzerstörung des kapitalistischen Landwirtschaftssystems, gegen die Millionen Menschen überall auf dem Planeten seit Jahrzehnten und Jahrhunderten gemeinsam kämpfen.

Wir, die aufrufenden Aktiven und Gruppen, fokussieren in unserem politischen Alltag vor allem den Kampf gegen Tierausbeutung. Eine Landwirtschaft, die nichtmenschliche Tiere und ihre „Produkte“ zur Ware, zur Ressource macht und sie als „für den Menschen da“ definiert und benutzt, ist nicht zu rechtfertigen. Unabhängig von „konventionell“ oder „bio“, mit „Tierschutz“- oder Anbauverband-Siegel, ist dieses System gewaltvoll und ignorant gegenüber den Bedürfnissen nichtmenschlicher Tiere. Während der Grünen Woche nimmt die Präsentation von Tierhaltung einen bedeutenden Platz ein und bietet so Anknüpfungspunkte für Protest und Widerstand gegen die grauenhafte weltweite Unterdrückung und Ausbeutung von Milliarden von fühlenden Individuen.

Darüber hinaus steht die Grüne Woche für industrielle Landwirtschaft, für den Hunger von über einer Milliarde Menschen durch Ungleichverteilung, für die neokoloniale Plünderung der Landwirtschaften des Südens, für Landgrabbing, für die Ausbeutung von Arbeiter*innen in der globalen Landwirtschaft, für die Herrschaft der Agrochemie, für die dramatische Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und Mineraldünger, für den Verlust jeglichen Kreislaufwirtschaftens, für Gentechnik und die Patentierung von Leben, für die Privatisierung unseres Saatguts, für die Zerstörung von Böden, Klima und Gewässern, für die Vernichtung der Regenwälder, für die Tötung der Meere, für die Industrialisierung auch des „Bio“-Bereichs, für immer weiter fortschreitende Kapitalkonzentrationen in allen Sektoren der Lebensmittelerzeugung, gegen kleinbäuerliche Landwirtschaft und Ernährungssouveränität, für die obszöne Verschwendung von Lebensmitteln, für die Umwandlung von vielfältigen, lebenswerten Landschaften in Monokultur- und Gülleflächen und für vieles mehr.

Wir halten all dies für zwangsläufige Folgen unseres marktwirtschaftlich-kapitalistischen (Land-)Wirtschaftssystems, das alles andere als alternativlos ist. Die Grüne Woche ist der Ort, an dem wir unser Nicht-Einverständnis sichtbar machen und für solidarische, gerechte, nachhaltige und gemeinsam selbstbestimme Arten des (Land-)Wirtschaftens von unten eintreten wollen.