Bundesweite Adbusting-Aktion

Bundesweit haben Aktivist*innen Zeichen gesetzt gegen die strukturelle Gewalt gegen 80 Milliarden sog. „Nutztiere“. Ursache für globale Sozial- und Umweltkrisen ist eindeutig das kapitalistisch organisierte Landwirtschaftssystem, das auf der Ausbeutung von Mensch, Tier und Umwelt beruht. Bei der „Grünen Woche“ wird so getan, als ob alles in bester Ordnung sei.

Nichts ist in Ordnung! Unser Landwirtschaftsminister Schmidt wird nun wieder Schnittchen fressend in die Kameras grinsen und uns eine inszenierte Bauernhofidylle bei der Eröffnung der Grünen Woche vorgaukeln. Das passiert, während Kleinbäuer*innen im Globalen Süden die Lebensgrundlage durch „Landgrabbing“ entzogen wird, Menschen durch Brandrodungen vertrieben werden, damit Palmöl-Plantagen entstehen können, der Klimawandel weiterhin durch extensive Landwirtschaft, Menschen die Anbaubedingungen verunmöglicht und empfindungsfähige Lebewesen in Tierfabriken brutal abgeschlachtet werden.

In Berlin, Braunschweig, Frankfurt a.M. und Leipzig wurde nun auf dieses zerstörerische Landwirtschaftssystem aufmerksam gemacht! Statt kommerzieller Werbung, schmücken nun eigens entworfene Plakate die Innenstädte.

Die Bilder:

Unsere Stellungnahme:

Berlin, Braunschweig, Frankfurt a.M., Leipzig: Bundesweit machen Aktivistinnen und Aktivisten mit zahlreichen Plakatmotiven auf Missstände in der Landwirtschaft aufmerksam. Sie kritisieren die kapitalistisch organisierte Landwirtschaft, die strukturell Gewalt gegen 80 Milliarden Nutztiere ausübt sowie für globale Sozial- und Umweltkrisen mitverantwortlich ist. Anlass ist die am 15. Januar beginnende Landwirtschaftsmesse Internationale Grüne Woche in Berlin, die stellvertretend für dieses System steht.

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurden in vier deutschen Städten zahlreiche kreative Plakate in Werbekästen aufgehangen, die verschiedene kritische Aspekte der gegenwärtigen Landwirtschaft thematisieren. Sprüche wie „Tiere sind keine Ware“ und „Wirtschaftssystem statt Ökosystem. #yolo“ sollen einen kritischen Diskurs dazu anregen.

„Wir leben in einem Wirtschaftssystem, das nicht funktioniert, ohne die Bedürfnisse der Mehrheit der Weltbevölkerung zu missachten und Tiere brutal auszubeuten. Um nur wenige Beispiele zu nennen: Gülleseen vergiften unser Grundwasser, Brandrodungen zerstören die Natur, die Meere sind nahezu leergefischt, sog. Nutztiere werden als Ressourcen gesehen anstatt als fühlende Individuen. Die Lebensgrundlage von Mensch und Tier wird für den Profit zerstört“ erklärt Aktivistin Florina Habesatt.

Mit Bezug auf das ironische Plakat „Wirtschaftssystem statt Ökosystem“ sagt Aktivistin Christina Schmidt: „Eigentlich sollte jedem Menschen inzwischen klar sein, dass mit der kapitalistisch organisierten Wirtschaftsweise der Raubbau an der Umwelt ungehindert fortgesetzt wird. Wenn nicht sehr schnell ein Umdenken erfolgt, werden die Konsequenzen irreversibel sein.“

Auf der Internationalen Grünen Woche finden laut den Aktiven die Beschönigungen von Tierhaltung und Landwirtschaft ihren Höhepunkt. „Auf der Grünen Woche feiern sich Lobbyverbände der Agrarindustrie und gaukeln den Besucherinnen und Besuchern eine schöne heile Welt vor“, ergänzt Habesatt. Ihr Protest trage -so hofft sie- mit dazu bei, dass ein Diskurs und ein Umdenken in Bezug auf die gegenwärtig kapitalistisch organisierte Landwirtschaft und ihre Folgen angestoßen wird.

Die Aktion ist Teil einer breiten Palette von Protestveranstaltungen, die während der Grünen Woche stattfinden. Am Montag, den 11.01.2016, wurde der Negativpreis Rosa Brille an den Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft für seine Schönfärberei bei der Geflügel-Charta verliehen. Zusätzlich gibt es die Vortragsreihe Landwirtschaft-Krisenwirtschaft?, bei der Themen wie „Szenarien für die Welternährung im Jahr 2050 und damit verbundene Umweltfolgen“, „Fleischvermarktung. Die Werbestrategien der Tierindustrie“ oder „Ursachen und Folgen von Land Grabbing“ behandelt werden. Nähere Informationen und das vollständige Programm finden Sie unter: www.gruene-woche-demaskieren.de

Druckfähige Fotos von den Plakatmotiven können  hier heruntergeladen werden:
Berlin: http://we.tl/EsDsQsRlAt
Braunschweig: http://we.tl/J3g7RKXTJ5
Frankfurt am Main: http://we.tl/OWjgrx2zqs
Leipzig: http://we.tl/bIKjMKswKs

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