Gesellschaftlichen Wandel kann man nicht kaufen

Ein kritischer Diskussionsbeitrag von Friederike Schmitz und Sandra Franz zum Thema Effektiver Altruismus und Spenden.

Kritisiert wird, dass Menschen aufgefordert werden, zu spenden anstatt selbst politisch aktiv zu werden.

Der Hauptgrund: Große gesellschaftliche Veränderungen werden nur möglich sein, wenn viele Menschen ihre Rolle in der Gesellschaft verändern. Anstatt passive Konsument_innen zu sein und politische Enscheidungsmacht an Politiker_innen oder auch professionelle NGOs zu delegieren, müssen wir Einfluss auf unser Leben und unser Umfeld zurückgewinnen. Aktiv zu werden heißt wieder Verantwortung zu übernehmen und Entfremdung zu überwinden. Es bedeutet Befähigung und Ermächtigung von Menschen, und genau das brauchen wir, wenn wir wirklich etwas verändern wollen.

Hier gehts zum Beitrag

Vortragstour Fleischvermarktung beginnt!

FB_banner_fleischvermarktung_6Eine Kooperation von Grüne Woche demaskieren und Animal Rights Watch e.V.

Wir wollen diesen Vortrag in mehreren Städten präsentieren und suchen Gruppen, die uns dabei helfen! Wir können unsere Fahrtkosten, eventuelle Raummieten und Druckkosten für Plakate selbst bezahlen – ihr müsstet euch um die Organisation und die Bekanntmachung kümmern. Wenn ihr Interesse habt, meldet euch bei uns!

Die Vortragsbeschreibung lautet:

Seien es die Zustände in Schweineställen, das Schreddern von Eintagsküken oder der Umgang mit „Wegwerfkühen“: Die Kritik an der gegenwärtigen Nutztierhaltung lässt nicht nach. Zeit, etwas zu ändern? Nein, Zeit für mehr Öffentlichkeitsarbeit!

Mit einer Vielzahl von Veranstaltungen, Broschüren, Plakataktionen und Schulmaterialien versuchen die Lobby-Verbände der Agrarindustrie das Vertrauen der Menschen in die Landwirtschaft zurückzuerobern. Doch wie „objektiv“, „sachlich“ und „ideologiefrei“ sind diese Informationen wirklich? Wie „ehrlich“ und „transparent“ ist die Tierindustrie?

Der Vortrag zeigt anhand vieler konkreter Beispiele und allgemeiner Analysen, wie Bauernverband und Co. auf die gesellschaftliche Debatte zur Nutztierhaltung Einfluss nehmen – und dabei ein Bild der Nutztierhaltung zeichnen, das mit der Realität nicht viel zu tun hat.

 

Aktions- und Vorbereitunswochenende „Grüne Woche 2016“

Liebe Aktive und die die es werden wollen,

ihr wolltet euch schon immer in kreativen Protestaktionen ausprobieren? Ihr seid euch aber unsicher, welche Aktionsformen zu euch passen oder euch fehlt bisher eine Bezugsgruppe? Die leidige Propaganda auf der „Grünen Woche“ findet ihr auch nicht länger hinnehmbar? Dann ist unser Workshop-Wochenende vielleicht was für euch? Wir von Grüne Woche Demaskieren! laden vom 20.11. bis 22.11. ein, die Proteste gegen die nächste „Grüne Woche“ mit zu planen und vorzubereiten.

Neben Aktionen, die wir bereits eingeplant haben und die wir gerne mit euch gemeinsam weiter entwickeln wollen, stellen wir Zeit und Material für eure eigenen Protestideen und unterstützen mit Rat und Tat.

Im Laufe des Wochenendes wird es immer wieder Workshops geben, die das nötige Know How vermitteln, das euch vielleicht noch fehlt.

Hier ein grober Zeitplan:

Freitag – 20.11.
17 Uhr – 18 Uhr: Ankommen mit kleinen Snacks
18 Uhr – 18:45 Uhr: Überblick zur Grünen Woche selbst, speziell den möglichen Orten für Aktionen.
19 Uhr – 21 Uhr: Entwicklung von eigenen Aktionsideen, nicht nur am Messegelände.
ab 21: Kennenlernen in gemütlicher Atmosphäre

Samstag – 21.11.
10 – 13 Uhr: Konkretisieren der Ideen in Kleingruppen. Direct Action Trainer_innen unterstützen dabei und stehen mit zusätzlichem Wissen und Rat und Tat zur Seite (möglich wäre, dass einzelne Städte/Gruppen bestimmte Aktionen zusammen planen und durchführen)
13 – 14 Uhr: Mittagessen
14 – 18 Uhr: weitere Kleingruppenarbeit
18 – 19 Uhr: Abendessen

Sonntag – 22.11.
10 Uhr – 11:30 Uhr: Weiterentwickeln und Auswertung in der größeren Gruppe,
12 Uhr – 13 Uhr Bildung von Kleingruppen, die weiter an der Umsetzung arbeiten
13 – 14 Uhr: Mittagessen
14 Uhr: Feedbackrunde und Auf Wiedersehen

Vorschläge von uns, an denen gearbeitet werden kann, aber nicht muss:
– Verleihung eines Negativpreises (Rosa Brille 2.0)
– Verstecktes Theater evtl. in Kombination mit Fake-Gutscheinen
– Mars-TV: konkrete Fragen und Antworten ausarbeiten und durchspielen + schönen Fernseher basteln
– Streetart
– Kommunikationstraining an Infoständen
– Wie plane ich einen erfolgreichen Onlineaktionstag?
– Kommunikationsguerilla
– Rechtsworkshop zu Aktionen des zivilen Ungehorsams
– Wie erreichen wir „Wir haben es satt“ Demobesucher

Zum Organisatorischen:
Das Wochenende wird in Berlin im New York im Bethanien (Mariannenplatz 2 a, 10997 Berlin-Kreuzberg) stattfinden. Mahlzeiten werden von uns gestellt. Wir bitten wenn möglich um eine Spende von 5-10 Euro dafür.
Bitte meldet euch unter aktionen-gruene-woche@riseup.net an.
Es wäre schön, wenn ihr das gesamte Wochenende Zeit hättet.

kreiden5-zug

Ende Gelände! // AG Tierproduktion und Klima 1. Treffen

Ende Gelände

Ende Gelände! (https://ende-gelände.org/de/wir) ist ein klimapolitisches Aktionsbündnis, das am 15. August mit einer großen Aktion des zivilen Ungehorsams – der Blockierung des RWE-Braunkohle-Tagebaus im Rheinland (Garzweiler) – viel Aufmerksamkeit erzielen konnte. An diesen Erfolg gilt es anzuknüpfen, um eine radikale sozial-ökologische Transformation zu erreichen.

Ende Gelände! möchte die Klimabewegung nicht auf die Kohlefrage reduzieren und sich mit verschiedenen einschlägigen Kämpfen verbinden.

Die Klimarelevanz der Tierproduktion wird notorisch unter den Tisch gekehrt. Zu sehr rüttelt offensichtlich die Infragestellung unserer Tierproduktion und -konsumtion an den Grundfesten unserer Gesellschaft. Die Faktenlage spricht jedoch für sich: Der aktuelle Abschlussbericht des Umweltbundesamts stellt fest, dass die Emissionen aus der Landwirtschaft (u.a. Tierhaltung!) der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasen in Deutschland sind: http://www.umweltbundesamt.de/daten/land-forstwirtschaft/landwirtschaft/beitrag-der-landwirtschaft-zu-den-treibhausgas. Der große Abstand zu den energiebedingten Emissionen aus der Verbrennung erklärt sich leicht, weil weitere mit der Tierhaltung zentral verbundene Faktoren wie der Futtermittelanbau und Transportwege nicht mit eingerechnet wurden.
Deshalb wollen wir uns am 30. September, 19 Uhr im K9 (Kinzigstraße 9, Berlin Friedrichshain) treffen, um die Faktenlage aufzubereiten und eine starke gemeinsame Aktion zu planen. Es ist jetzt an der Zeit, die Synergieeffekte, die sich aus dem Klima-Thema ergeben, zu nutzen und uns zu verbünden: No climate justice without animal justice!

Wenn ihr kommen wollt, meldet euch unter aktionen-gruene-woche@riseup.net.

Vortragsvideos online

Lange hat es gedauert, aber nach und nach stellen wir nun die Vortragsvideos aus den Umweltpolitischen Themenwochen online. Ihr könnt schon 2 Vorträge anschauen:

Friedrich Mülln (SOKO Tierschutz): Das Geschäft mit Tierschutzsiegeln
Sandra Franz (Animal Rights Watch): Alles bio, alles gut? Die Wahrheit über Bio-Tierhaltung

Hier der Link zu den Videos.

Viel Spaß!

Heutige Trauermahnwache

AktivistInnen von „Grüne Woche demaskieren!“ haben am Freitagvormittag an der Messe Berlin mit Kerzen, Gedenkkarten und Blumen der Milliarden menschlichen und tierlichen Individuen gedacht, die sie als Opfer der modernen, kapitalistisch organisierten Tierindustrie sehen. Anlass der Aktion ist eine Spendensammlung auf dem ErlebnisBauernhof zugunsten der Welthungerhilfe. Diese wird von den AktivistInnen als zynisch bewertet, da die Tierindustrie in ihren Augen eine Mitverursacherin des globalen Hungers ist.

 

Trauermahnwache anlässlich der Spendenübergabe an die deutsche Welthungerhilfe

Mit der Benefizaktion „Grün ist die Hilfe“ wurden auf dem ErlebnisBauernhof auf der Grünen Woche 7 Tage Spendengelder für die deutsche Welthungerhilfe gesammelt. Das Geld wird am Freitag, den 23.01. 2015, 12 Uhr in Messehalle 3.2 übergeben. Partner des ErlebnisBauernhofs, wie der Deutsche Bauernverband, die Fördergemeinschaft für nachhaltige Landwirtschaft (FNL), die BayWa AG u.a. geben dabei vor, den Kampf gegen Hunger und Armut weltweit tatkräftig zu unterstützen.

Eine Spendenaktion auf dem „Erlebnisbauernhof“ kann jedoch nur als unvergleichlich zynisch bezeichnet werden. Denn als Projekt der FNL, einem Lobbyverein, in dem u. a. der Deutsche Bauernverband, die Zentralverbände der deutschen Geflügelwirtschaft und der deutschen Schweineproduktion organisiert sind, dient der ErlebnisBauernhof primär der Beschönigung und Bewerbung der Tierindustrie.

Wir nehmen dieses Trauerspiel als Anlass, um mit Kerzen, Gedenkkarten und Blumen der Milliarden menschlichen und tierlichen Individuen zu gedenken, die Opfer der modernen, kapitalistisch organisierten Tierindustrie sind, welche sich hier als Bekämpfer von Hunger und Armut präsentiert.
Schließt euch uns an!

Wo? Nordeingang der Messe Berlin (Hammerskjöldplatz, 14055 Berlin; S-Bahn: Messe Nord/ICC)
Wann? 23.Januar 2015, 9-13 Uhr

Die Tierindustrie ist nicht nur für die brutale Ausbeutung zahlloser sog. Nutztiere verantwortlich, die ein elendes kurzes Leben voller Leiden und Schmerzen führen müssen, bevor sie gewaltsam getötet werden. Die Tierindustrie trägt daneben auch zu Hunger und Armut in der Welt bei: Durch den hohen Verbrauch von Futtermitteln aus Soja und Getreide in der Intensivtierhaltung werden die Preise dafür in die Höhe getrieben. Insbesondere in Südamerika wird folglich Regenwald für neue Anbaugebiete gerodet, Landbewohner*innen werden vertrieben und/oder durch im Sojaanbau eingesetzte Chemikalien geschädigt. Überall auf der Welt werden für die Ärmsten die Grundnahrungsmittel teurer. Darüber hinaus werden Überschüsse aus der europäischen Fleischindustrie u. a. nach Afrika exportiert, wo sie die örtlichen Märkte zerstören und so für Arbeitslosigkeit, Armut und Hunger sorgen. Innerhalb des globalisierten Kapitalismus sind also die konkreten Handlungen der europäischen Tiernutzungs-Konzerne im Verbund mit der europäischen Politik, die sich für die Offenheit der Märkte und den Export von Tierprodukten stark macht, mit dafür verantwortlich, dass hunderte Millionen Menschen jährlich von Hunger betroffen sind.

Genau davon sucht die Industrie abzulenken, indem sie öffentlichkeitswirksam Spenden für die Welthungerhilfe sammelt und sich so als Bekämpfer statt als Mitverursacher des globalen Hungers darstellt.

Hier mehr Infos und zwei Dokus zu den Zusammenhängen:
Artikel „Das billige Fleisch hat Folgen“ (Neues Deutschland)
„Der Fleischatlas 2013″
ARTE-Dokumentation „Nie wieder Fleisch“
ARTE-Dokumentation „Hühner für Afrika“

Geradezu unerträglich heuchlerische Statements zu den Spendenaktionen in früheren Jahren gibt es hier:
Pressemitteilung „20.000 Euro für Welthungerhilfe“ (2011)
Pressemittelung „ErlebnisBauernhof Spendenaktion sammelt 25.000 Euro für Welthungerhilfe“ (2012)

Trauermahnwache

Räumung der Kletteraktion am 17. Januar 2015

Am 17. Januar 2015 haben 3 KletteraktivistInnen ein Banner mit der Aufschrift „Fleisch ist immer Mord – Schluss mit der Ausbeutung von Mensch, Tier und Umwelt“ vom Dach des Südeingangs der Messe herunter gelassen.
Nach 2 Stunden wurden die Klettermenschen inklusive Banner geräumt – per Hebebühne von der Feuerwehr, die sich damit zum Handlanger der Polizei gemacht hat, denn die Aufgabe der Feuerwehr ist das Retten von Menschen und Tieren. Menschen zu „retten“, die sich nicht retten lassen wollen bzw. nicht in Gefahr sind, ist ihnen zwar erlaubt, sie sind aber zu dieser Amtshilfe für die Polizei nicht verpflichtet.
Zur Pressemitteilung geht es hier.
Mehr Bilder von der Aktion und vom Aufbau gibt es hier und hier.
Bilder von Tim Lüddemann.

Heutiger Prozess eingestellt

Zum heutigen Prozess gegen einen Aktivisten von Grüne Woche demaskieren: Das Verfahren wurde gegen eine Auflage von 90 Sozialstunden eingestellt!

Zwei Highlights:
– Der Prozess fand in einem speziellen Sicherheitsraum statt und alle Unterstützer*innen, die dem Spektakel beiwohnen wollten, mussten erst eine Sicherheitskontrolle (inklusive Schuhe ausziehen und Fußmassage) durchlaufen, in einem allein für uns geöffneten Eingang, der nirgend wohin sonst führte, als zu unserem Gerichtssaal, und durften außer Papier und Bleistift nichts mit hinein nehmen, also kein Handy, kein Wasser, kein Essen, keinen Kugelschreiber. Die Kontrolle dauerte pro Person 3 – 5 Minuten, somit war es nur einem kleinen Teil der ca. 20 Unterstützer_innen möglich den Prozess von Anfang an zu verfolgen. Alles in Allem reine Schikane.
– Bezüglich der Aktion am Werbeturm der Grünen Woche im letzten Jahr wurde eine Polizeibeamtin befragt, die für den Teil der Akte verantwortlich war, in dem das Geschehen und die Kommunikation mit den Aktivist*innen auf dem Turm beschrieben wurde. Sie sagte sinngemäß: „Ich weiß das nicht so genau, was da passiert ist, ich war ja nicht oben.“ – Der Richter: „Aber Sie haben das doch aufgeschrieben.“ – Sie: „Ja aber ich war ja nicht oben. Irgendjemand muss das ja dann aufschreiben.“ Der Richter: „Ja das ist mit dem Urteil dann genauso.“

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