Kundgebungen gegen die Grüne Woche

Aufruf von der Berliner Tierbefreiungsaktion BerTA

Kundgebungen gegen die Grüne Woche

Wann? 23.01.2017 und 29.01.2017 , jeweils von 10:00-13:00

Wo? in der Fußgängerunterführung Neue Kantstraße/Ecke Messedam, S-Bhf Messedamm/ICC

Auch in diesem Jahr findet die weltgrößte Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau statt und lockt tausende Besucher_innen in ihre Hallen. Doch hinter dem Wochenendausflug und „Verkostungsparadies“ verbirgt sich menschliche Unterdrückung, Tierausbeutung und Umweltzerstörung des kapitalistischen Landwirtschaftssystems.

Wie schon in den vergangenen 2 Jahren, wollen wir uns auch im Jahr 2017 neben den zahllosen nichtmenschlichen Tieren, die nur für den Menschen gezüchtet, geboren, gequält und getötet werden mit den Millionen Menschen, die sich überall auf dem Planeten gegen diverse Unterdrückungsmechanismen wehren, solidarisieren.

Genau genommen gehen wir an den Ort der Beschönigung. Am 23. und 29.01.2017 wollen wir von jeweils 10:00-13:00 Messebesucher_innen auf die untragbaren Missstände der kapitalistischen Landwirtschaft aufmerksam machen und unseren Protest, gegen eine Landwirtschaft, welche Tiere und Menschen zu Waren macht, zum Ausdruck bringen. Unabhängig von „konventionell“ oder „bio“, mit „Tierschutz“- oder Anbauverband-Siegel, ist dieses System gewaltvoll und ignorant gegenüber den Bedürfnissen aller Betroffenen. Während der Grünen Woche nimmt die Präsentation von Tierhaltung einen bedeutenden Platz ein und bietet so Anknüpfungspunkte für Protest und Widerstand gegen die grauenhafte weltweite Unterdrückung und Ausbeutung von Milliarden von fühlenden Individuen.

Deshalb werden wir mithilfe von Videos, Transparenten, Infomaterialien und einer Bildergalerie zeigen, was auf der grünen Woche verborgen bleibt. Mit echten Bildern und wahren Geschichten wollen wir den Alltag jedes einzelnen nichtmenschlichen Individuums sichtbar machen und für eine solidarische, gerechte, nachhaltige und gemeinsam selbstbestimmte Art des (Land-)Wirtschaftens von unten eintreten.

Bis jeder Käfig leer steht! Menschen und Tiere sind kein Kapital!

Kommt vorbei!

Wir freuen uns auf euch, die BerTA.

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9. bis 25. Januar 2017 Vortragsreihe und Bilderausstellung an der TU Berlin

Die Vortragsreihe Landwirtschaft – Krisenwirtschaft? an der TU-Berlin informiert über verschiedene Aspekte der gegenwärtigen Landwirtschaft. Es geht u.a. um die zerstörerischen Folgen unseres kapitalistischen (Land-)Wirtschaftssystems, die Realität in deutschen Schlachthöfen, Pestizid-Einsatz, Landgrabbing in Brandenburg und um Alternativen für eine gerechtere und ernsthaft nachhaltige Landwirtschaft. Die Vortragsreihe setzt damit der zeitgleich jährlich stattfindenden Internationalen Grünen Woche – einer Werbe- und Propagandaveranstaltung der Agrarindustrie – etwas entgegen.

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Die Vorträge finden 18 Uhr im TU-Hauptgebäude, Raum H 0110 (Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin) statt.

Der Eintritt für alle Veranstaltungen ist frei und sie werden auf Anfrage von Gebärdensprachdolmetscher_innen übersetzt. Meldet euch bei aktionen-gruene-woche@riseup.net, wenn ihr die Übersetzung in Anspruch nehmen wollt.

Mo: 9.1.: Urbane Gemeinschaftsgärten als Experimentierfeld für alternative Ernährungskonzepte: was geht … was geht nicht, Sonja Rosenthal (Himmelbeet)

Mi: 11.1. Tierproduktion und Klimagerechtigkeit, Siyah Yeşil (Animal Climate Action)

Mo: 16.1.: Tierschutz bei „Nutztieren“ – wie Kontrollsysteme sich selbst torpedieren, Theresia Spacek (Tierärztin)

Mi: 18.1.: Widerstand und Protest gegen neue Tierfabriken, Sandra Franz (Tierfabriken Widerstand)

Mo: 23.1.: Land in Bürgerhand – Möglichkeiten Verantwortung für eine alternative Landwirtschaft zu übernehmen, René Tettenborn (Ökonauten e.G.)

Mi 25.1.: Biodiversitätsschutz in einer nachhaltigen Agrarwirtschaft, Dr. Sascha Buchholz (Institut für Ökologie, TU – Berlin)

Weitere Informationen sowie Kurzbeschreibungen der Vorträge gibt es auf http://gruene-woche-demaskieren.de/ landwirtschaft-krisenwirtschaft/

Gleichzeitig informiert vom 16. bis 27. Januar die Tierrechtsausstellung des tierbefreier e.V. über verschiedene Themen rund um Tierrechtsgedanken und -bewegung. Die Ausstellung ist vor dem Audimax der Technischen Universität Berlin (TU) zu sehen.

Die Vortragsreihe wird organisiert von: Animal Uni, Grüne Woche demaskieren! und dem Umweltreferat des AStA der TU Berlin.

Grüne Woche demaskieren bei der Bauernverbandsdemo

Am Samstag fand vor der großen Wir-haben-es-satt-Demo auch die kleinere Wir-machen-euch-satt-Demo statt, zu der u.a. der Bauernverband aufgerufen hatte. Einige Aktivist*innen haben sich mit eigenen Schildern unter die Demonstrierenden gemischt – zuerst mit leicht überzeichneten Botschaften, die aber geduldet wurden. Dann wurden die erste Schicht von den Schildern heruntergeklappt und es kamen klarere Aussagen zum Vorschein. Ebenso wurde ein Transparent entrollt.

Aktivist*innen protestieren bei Partnerunternehmen von Wiesenhof

IMG_1861 kleiner15 Tierbefreiungs- und Umweltaktivist_innen der Netzwerke, „Grüne Woche Demaskieren“, „Kampagne gegen Tierfabriken“ und „Animal Climate Action“ protestierten am Donnerstag, 14.1., in den Geschäftsräumen in der Neukirchstraße 26 der IFTA-AG in Berlin und überreichten dem Unternehmen das Zertifikat „für die Nachhaltige Naturzerstörung und die Vertreibung von Menschen“. Mehr

Bundesweite Adbusting-Aktion

Bundesweit haben Aktivist*innen Zeichen gesetzt gegen die strukturelle Gewalt gegen 80 Milliarden sog. „Nutztiere“. Ursache für globale Sozial- und Umweltkrisen ist eindeutig das kapitalistisch organisierte Landwirtschaftssystem, das auf der Ausbeutung von Mensch, Tier und Umwelt beruht. Bei der „Grünen Woche“ wird so getan, als ob alles in bester Ordnung sei.

Nichts ist in Ordnung! Unser Landwirtschaftsminister Schmidt wird nun wieder Schnittchen fressend in die Kameras grinsen und uns eine inszenierte Bauernhofidylle bei der Eröffnung der Grünen Woche vorgaukeln. Das passiert, während Kleinbäuer*innen im Globalen Süden die Lebensgrundlage durch „Landgrabbing“ entzogen wird, Menschen durch Brandrodungen vertrieben werden, damit Palmöl-Plantagen entstehen können, der Klimawandel weiterhin durch extensive Landwirtschaft, Menschen die Anbaubedingungen verunmöglicht und empfindungsfähige Lebewesen in Tierfabriken brutal abgeschlachtet werden.

In Berlin, Braunschweig, Frankfurt a.M. und Leipzig wurde nun auf dieses zerstörerische Landwirtschaftssystem aufmerksam gemacht! Statt kommerzieller Werbung, schmücken nun eigens entworfene Plakate die Innenstädte.

Die Bilder:

Unsere Stellungnahme:

Berlin, Braunschweig, Frankfurt a.M., Leipzig: Bundesweit machen Aktivistinnen und Aktivisten mit zahlreichen Plakatmotiven auf Missstände in der Landwirtschaft aufmerksam. Sie kritisieren die kapitalistisch organisierte Landwirtschaft, die strukturell Gewalt gegen 80 Milliarden Nutztiere ausübt sowie für globale Sozial- und Umweltkrisen mitverantwortlich ist. Anlass ist die am 15. Januar beginnende Landwirtschaftsmesse Internationale Grüne Woche in Berlin, die stellvertretend für dieses System steht.

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurden in vier deutschen Städten zahlreiche kreative Plakate in Werbekästen aufgehangen, die verschiedene kritische Aspekte der gegenwärtigen Landwirtschaft thematisieren. Sprüche wie „Tiere sind keine Ware“ und „Wirtschaftssystem statt Ökosystem. #yolo“ sollen einen kritischen Diskurs dazu anregen.

„Wir leben in einem Wirtschaftssystem, das nicht funktioniert, ohne die Bedürfnisse der Mehrheit der Weltbevölkerung zu missachten und Tiere brutal auszubeuten. Um nur wenige Beispiele zu nennen: Gülleseen vergiften unser Grundwasser, Brandrodungen zerstören die Natur, die Meere sind nahezu leergefischt, sog. Nutztiere werden als Ressourcen gesehen anstatt als fühlende Individuen. Die Lebensgrundlage von Mensch und Tier wird für den Profit zerstört“ erklärt Aktivistin Florina Habesatt.

Mit Bezug auf das ironische Plakat „Wirtschaftssystem statt Ökosystem“ sagt Aktivistin Christina Schmidt: „Eigentlich sollte jedem Menschen inzwischen klar sein, dass mit der kapitalistisch organisierten Wirtschaftsweise der Raubbau an der Umwelt ungehindert fortgesetzt wird. Wenn nicht sehr schnell ein Umdenken erfolgt, werden die Konsequenzen irreversibel sein.“

Auf der Internationalen Grünen Woche finden laut den Aktiven die Beschönigungen von Tierhaltung und Landwirtschaft ihren Höhepunkt. „Auf der Grünen Woche feiern sich Lobbyverbände der Agrarindustrie und gaukeln den Besucherinnen und Besuchern eine schöne heile Welt vor“, ergänzt Habesatt. Ihr Protest trage -so hofft sie- mit dazu bei, dass ein Diskurs und ein Umdenken in Bezug auf die gegenwärtig kapitalistisch organisierte Landwirtschaft und ihre Folgen angestoßen wird.

Die Aktion ist Teil einer breiten Palette von Protestveranstaltungen, die während der Grünen Woche stattfinden. Am Montag, den 11.01.2016, wurde der Negativpreis Rosa Brille an den Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft für seine Schönfärberei bei der Geflügel-Charta verliehen. Zusätzlich gibt es die Vortragsreihe Landwirtschaft-Krisenwirtschaft?, bei der Themen wie „Szenarien für die Welternährung im Jahr 2050 und damit verbundene Umweltfolgen“, „Fleischvermarktung. Die Werbestrategien der Tierindustrie“ oder „Ursachen und Folgen von Land Grabbing“ behandelt werden. Nähere Informationen und das vollständige Programm finden Sie unter: www.gruene-woche-demaskieren.de

Druckfähige Fotos von den Plakatmotiven können  hier heruntergeladen werden:
Berlin: http://we.tl/EsDsQsRlAt
Braunschweig: http://we.tl/J3g7RKXTJ5
Frankfurt am Main: http://we.tl/OWjgrx2zqs
Leipzig: http://we.tl/bIKjMKswKs

Rosa Brille übergeben

IMG_1432 mittelWir haben heute morgen die Rosa Brille 2016 an den Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft übergeben.

Mit dem Preis wird der Verband für seine 2015 veröffentlichte „Geflügel-Charta“ geehrt, die für uns bloße Image-Werbung ohne Substanz ist. Mit rosafarbenen Brillen, Transparent und Schildern haben wir vor dem Haus der Land- und Ernährungswirtschaft demonstriert.

Der Zentralverband der Geflügelwirtschaft war vorbereitet und hatte einen Werbeaufsteller zur „Geflügel-Charta“ vor dem Haus platziert. Der Geschäftsführer, Thomas Janning, nahm die „Rosa Brille 2016“ entgegen. Er überreichte uns im Gegenzug eine lilafarbene Brille und lud uns zum Besuch in einem Geflügelstall ein. Nach der Kundgebung fand eine Demonstration zum Bundeslandwirtschaftsministerium statt.

Unsere Stellungnahme:

„Auf die wachsende Kritik an der brutalen Tiernutzung reagiert die Agrarlobby mit ideologischer Beschönigung. Die Haltung sei tiergerecht und nachhaltig. Dabei sind zucht- und haltungsbedingte Leiden an der Tagesordnung. Außerdem verschwendet die Fleischproduktion wertvolle Ressourcen und zerstört Umwelt und Klima.

Die Industrie ist nicht so transparent, wie sie sich gibt. Ein angekündigter und vorbereiteter Stallbesuch interessiert uns nicht, wir kennen die Realität in den Mastanlagen. Aus gutem Grund wurde uns nicht die Besichtigung eines großen Schlachthofs wie z. B. Wietze inklusive der Schlachtstraße angeboten. Die gewaltsame Tötung der Hühner und Puten – 1,8 Millionen pro Tag allein in Deutschland – wird auch in der Öffentlichkeitsarbeit der Verbände gerne ausgeblendet, obwohl sie der eigentliche Zweck aller Mastanlagen ist.“

Ein aktuelles Interview mit dem Zentralverband zur Geflügel-Charta gibt es hier auf agrarlobby.de.

Das Bündnis Grüne Woche demaskieren! kritisiert die Nutzung von Tieren zur Produktion von Fleisch, Milch und Eiern grundsätzlich und tritt für eine Agrarwende hin zu einer bioveganen Landwirtschaft ein.

Fotos von heute:

Warum ein Tierbefreiungsblock auf der Wir-haben-es-satt-Demo?

Tierbefreiungsblock_Wir haben es satt Demo

So wie im letzten Jahr ruft die Gruppe Grüne Woche demaskieren! dazu auf, sich an der großen Wir-haben-es-satt-Demo (WHES) für eine andere Landwirtschaft am 16. Januar 2016 zu beteiligen und dabei auch die grundsätzliche Kritik an der Ausbeutung von Tieren und der kapitalistisch organisierten Landwirtschaft laut zu vertreten. Mit Schildern und extra für die Demo entworfenen Flyern wollen wir von einem Tierbefreiungsblock aus in die Demo ausschwärmen, um möglichst viele Menschen zu erreichen.

Wir rufen zu dem Block auf, weil wir viele Forderungen des WHES-Bündnisses teilen, diese uns aber zugleich nicht weit genug gehen. Weil in der gegenwärtigen Landwirtschaft nicht nur die agrarindustrielle Massenproduktion nicht hinnehmbar ist. Und weil eine grundsätzliche Kritik an der immanenten Struktur der Ausbeutung von Mensch, Tier und Umwelt innerhalb der kapitalistischen Landwirtschaft weitgehend fehlt. Wir wollen diese Themen in die Demo hineintragen und die anderen Demonstrierenden für diese Problematik sensibilisieren.

Von Seiten der WHES-Organisation (Facebook) und Einzelpersonen wurden nun Befürchtungen laut, auf die wir hier eingehen:

  1. Die Befürchtung, wir würden Bäuerinnen und Bauern diffamieren.

Es ist interessant, dass anscheinend allein aufgrund der Tierbefreiungs-Position schon befürchtet wird, wir wollten Bäuer*innen diffamieren. Als Veganer*innen und Tierbefreiungsaktivist*innen sind wir regelmäßig mit dem Vorwurf konfrontiert, wir würden intolerant oder dogmatisch für unsere Lebensweise eintreten. Dabei handelt es sich aus unserer Sicht um eine typische Reaktion auf eine radikale Position, die häufig eine inhaltliche Auseinandersetzung blockiert. Aber darum geht es uns: Nicht um Diffamierung, sondern um Information und Diskussion zu zentralen Fragen des Mensch-Tier-Verhältnisses und der kapitalistischen Wirtschaftsweise.

Wir vertreten eine grundsätzliche Kritik an der Tierhaltung und der vorherrschenden Landwirtschaft. Während wir mit vielen Forderungen des WHES-Bündnisses – gegen die Agrarindustrie, für kleinbäuerliche Landwirtschaft, für Umweltschutz und globale Gerechtigkeit – übereinstimmen, finden wir die Haltung des WHES-Bündnisses in Bezug auf bestimmte Themen nicht überzeugend.

Thema Tierhaltung: Auch bei der „Bio“tierhaltung, die von dem Wir-haben-es-satt Bündnis gefordert wird, handelt es sich meist um Massentierhaltung. Das bisschen mehr Platz, das den Tieren zugesprochen wird, bedeutet noch lange kein gutes Leben. Auch bei den besonders gelobten Biohöfen werden zahlreiche Bedürfnisse von Tieren verletzt. Und auch Bio-Tiere werden am Ende eines kurzen Lebens gewaltsam getötet.

Das WHES-Bündnis blendet die grundsätzliche Kritik an der Tierausbeutung fast komplett aus. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Gewaltverhältnis, das die Nutztierhaltung bestimmt, findet kaum statt – wie sich zum Beispiel an der einseitigen Besetzung der Diskussionsveranstaltungen zeigt, die im Rahmen der Demo stattfinden. Das finden wir schade, auch weil ja auch innerhalb der Bauernhöfe-statt-Agrarfabriken-Bewegung so eine Position vorhanden ist und es zunehmend Bündnisse zwischen Bürgerinitiativen und Tierrechts- und Tierbefreiungsgruppen gibt.

Es ist nachvollziehbar, dass das WHES-Bündnis die Tierhalter*innen dabeihaben will. Eine echte Agrarwende ist nur mit den Bäuer*innen möglich, keine Frage. Aber eine echte Agrarwende muss weiter gedacht werden, als der Tierausbeutung ein netteres Aussehen zu geben. Wir müssen uns darüber auseinandersetzen, was Tierhaltung für die Tiere – und auch für Umwelt und Klima – wirklich bedeutet und ob wir als Gesellschaft die damit unleugbar verbundene Gewalt in Zukunft weiter wollen. Wir sehen unsere Arbeit auch als Beitrag zu dieser gesellschaftlichen Auseinandersetzung.

Uns ist dabei klar, dass die Bäuer*innen vielfach selbst Opfer des vorherrschenden Systems sind. Zur Zeit wird die industrielle Landwirtschaft und die Tierausbeutung – und ihre weitere Intensivierung – von der Politik und den wirtschaftlichen Strukturen unterstützt. Die Verbände der Agrarindustrie wie der Bauernverband nutzen ihre Macht, um diese Unterstützung aufrecht zu erhalten. Gleichzeitig nutzen sie häufig die Kritik an der gegenwärtigen Landwirtschaft aus, um Bäuer*innen hinter sich zu bringen – wie zum Beispiel bei der vom Bauernverband organisierten Gegendemo „Wir machen euch satt.“

Die Lösung kann nicht sein, mit der Kritik aufzuhören. Vielmehr muss es darum gehen, diese strukturellen Zusammenhänge aufzuzeigen und für alternative Wirtschaftsweisen zu werben. Für uns ist das die nicht nur kleinbäuerliche, sondern auch bio-vegane Landwirtschaft.

  1. Ein Tierbefreiungsblock würde die Demo-Teilnehmer*innen spalten

Das WHES-Bündnis ist ein diverses Bündnis mit zahlreichen Konfliktlinien. Uns erschreckt, dass gerade uns der Vorwurf der Spaltung gemacht wird, obwohl dieser eigentlich alle treffen könnte, die auf der Demo eigene Forderungen vertreten. Auch für Veganer*innen ist es schwierig, z. B. mit Milchbäuer*innen auf derselben Demo zu sein. Schwer erträglich – bestimmt nicht nur für uns – ist auch die tragende Rolle des Tierschutzbundes, der mit dem führenden Unternehmen der Geflügelindustrie, Wiesenhof, zusammenarbeitet und damit Geld verdient.

Wir sehen uns trotzdem als Teil dieser diversen Bewegung für eine Agrarwende. Und wir denken, dass radikale Positionen innerhalb dieser Bewegung wichtig sind. Erstens ist die Tierbefreiungsposition und die Arbeit der vielen Tierrechts- und Tierbefreiungsgruppen eine treibende Kraft der gesellschaftlichen Debatte über die Landwirtschaft. Zweitens muss eine Bewegung sich immer auch über die grundsätzliche Ausrichtung auseinandersetzen – wir müssen darüber reden, wo wir eigentlich hinwollen und warum.

Wir rufen alle Bäuer*innen und alle Demo-Teilnehmer*innen dazu auf, sich an dieser Auseinandersetzung zu beteiligen. Und wir denken, dass die Demo auch ein Ort ist, die unterschiedlichen Forderungen zu vertreten und die jeweiligen Argumente zu präsentieren. Die Idee, man müsste die anderen Demo-Teilnehmer*innen gleichsam vor den Forderungen der Tierbefreiungsbewegung beschützen, unterschätzt deren eigene Fähigkeit zur Reflexion und kritischen Auseinandersetzung.

In diesem Sinne wünschen wir uns, als Teil einer diversen Bewegung mit unseren Forderungen gehört und respektiert zu werden – und hoffen gleichzeitig auf ein kraftvolles gemeinsames Zeichen am 16. Januar in Berlin.

Verleihung der Rosa Brille 2016

Die Rosa Bribild websitelle 2016 bekommt der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft für seine Geflügel-Charta: Image-Werbung ohne Substanz!

11.01.2015, 10 Uhr, Claire-Waldoff-Str. 7, Berlin.

Ablauf der Veranstaltung: Wir werden wenige Tage vor Beginn der Grünen Woche im Rahmen einer Versammlung vor dem Sitz des ZDG die Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes gebührend feiern. Dazu gibt es rosa Brillen für die Feiernden und natürlich Schilder und Banner. Wir haben dem Verband Bescheid gesagt und sind gespannt, ob er den Preis annehmen wird.

Der Preisträger
Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft hat im September 2015 mit viel Werbe- und Presse-Aufwand seine „Geflügel-Charta“ veröffentlicht. Der Zweck ist die Beschönigung einer brutalen Industrie. Das zeigt unser Faktencheck:

Tierwohl
Die Geflügel-Charta sagt: „Die deutsche Geflügelwirtschaft macht sich Tierwohl und Tiergesundheit zur zentralen Aufgabe.“
Fakt ist: Hühner und Puten stehen fast ihr gesamtes Leben auf zugekoteter Einstreu. Die Mehrzahl der Tiere leidet deshalb an schmerzhaften Fußballenentzündungen. Es herrscht dichte Enge im Stall: 25 Hühner oder 5 Puten/3 Puter teilen sich einen Quadratmeter – Federpicken und Kannibalismus sind die Folge.

Ressourcenverbrauch
Die Geflügel-Charta sagt: „Wir erzeugen unser Geflügelfleisch ressourcenschonend.“
Fakt ist: Die Herstellung von Geflügelfleisch verbraucht über Fütterung, Mast und Verarbeitung ein Vielfaches der Fläche und des Wassers, die für die Herstellung von pflanzlichen Nahrungsmitteln wie Getreide oder Kartoffeln benötigt werden. Auch der Ausstoß klimarelevanter Emissionen ist deutlich höher.

Soziale Verantwortung
Die Geflügel-Charta sagt: „Die deutsche Geflügelwirtschaft bekennt sich zu ihrer sozialen Verantwortung, maßgeblich den Mitarbeitern und Angestellten ihrer Unternehmen gegenüber.“
Fakt ist: Die Fleischindustrie fällt wiederholt wegen schwerer Verstöße gegen das Arbeitsrecht auf. Diese reichen vom Lohndumping bis hin zu Menschenhandel zum Zwecke der Arbeitsausbeutung. Mit Werkverträgen werden tarifliche Standards unterlaufen. Angestellte werden systematisch um ihre Rechte und angemessene Löhne gebracht.

Mehr Infos gibt es Kürze auf dieser Seite.

 

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