Tierschutz bei „Nutztieren“ – wie Kontrollsysteme sich selbst torpedieren

Vortrag, am Mo. 16.1.2017, 18 Uhr: Theresia Spacek (Tierärztin)

Nicht nur der Umgang mit den „Nutztieren“ ist rau, auch der Umgang der Beteiligten miteinander. Wer stört, wird kalt gestellt. Der belgische Tierarzt Karel Van Noppen war im Februar 1995 einem Rindermastskandal auf der Spur, als die Branche mit einem Auftragsmord sein Leben beendete. Deutsche Amtstierärzte wie Dr. Hermann Focke und Dr. Margrit Herbst verloren ihre Arbeitsstelle, weil sie über gravierenden Missständen im Umgang mit Nutztieren nicht hinwegsehen wollten. Inzwischen sind 20 Jahre vergangen, aber noch heute setzen amtliche Tierärzte ihre berufliche Perspektive aufs Spiel, wenn sie Missstände wie vom Gesetz vorgesehen verfolgen und nicht auf sich beruhen lassen. Wie kann das sein? Warum handelt die Veterinärverwaltung derart rückwärtsgewandt? Obwohl privatwirtschaftliche Kontrollen und Zertifizierungen zugenommen haben, hat sich die Situation für die Tiere selbst kaum verbessert. Ein Erklärungsversuch, warum die Dinge sind wie sie sind.

Theresia Spacek ist Tierärztin. Sie hat sowohl in verschiedenen Ämtern als auch mit Zertifizierungsstellen Erfahrungen gesammelt und zieht eine eher ernüchternde Bilanz.

Der Vortrag findet am Mo., den 16.1.2017, 18 Uhr im TU-Hauptgebäude, Raum H 0110 (Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin) statt. Der Eintritt ist frei und der Vortrag wird auf Anfrage von Gebärdensprachdolmetscher_innen übersetzt. Meldet euch bei aktionen-gruene-woche@riseup.net, wenn ihr die Übersetzung in Anspruch nehmen wollt.

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